Du machst die Wärmewende!

Jeder kann bei der Wärmewende mitmachen. Auch Du!

Auch wenn Du kein Haus oder eine Eigentumswohnung hast und nur zur Miete wohnst, gibt es viel für Dich zu tun.

Denn in privaten Haushalten ist die Wärmeerzeugung der größte Energiefaktor. Rund zwei Drittel der Energie wenden private Haushalte auf, um Raumwärme zu erzeugen und warmes Wasser aufzubereiten.

Selbst im kleinsten Haushalt finden sich Möglichkeiten, um noch cleverer mit Wärme umzugehen. Also sicher auch in Deinem.

Einfach mal was anders denken

Die Wärmewende beginnt im Kopf: Dinge mal aus einer anderen Perspektive betrachten und vielleicht das eine oder andere auch gelassener sehen.

Denn für die Wärmewende sind große infrastrukturelle Änderungen notwendig. Straßen, in denen bisher nur Gas-, Strom-, Wasser- und Telekommunaktionsleitungen lagen, werden aufgerissen, damit Fernwärmenetze verlegt und die Stromnetze verstärkt werden können. Hier ist Dein Verständnis und Deine Geduld gefordert. Baustellen, Behinderungen und manche Unannehmlichkeiten werden unseren Alltag über viele Jahre begleiten. Wir sollten mit Nachsicht reagieren. Schließlich bauen wir eine klimaneutrale Zukunft für uns alle. Wenn es Dir gelingt, das auch Nachbarn, Bekannten und Freunden zu erklären, dann sind wir auf einem guten Weg.

Und die Wärmewende lebt ganz entscheidend vom Mitmachen. Dein Engagement ist gefordert, ganz besonders für Projekte im Bereich erneuerbarer Energien auf lokaler Ebene. Vielleicht sind in Deiner Gemeinde Erdwärmebohrungen oder der Bau von Windkraftanlagen geplant. Meist gibt es dazu eine Art der Bürgerbeteilung, die für Transparenz und Dialog sorgt. Bring Dich ein, indem Du die Projekte unterstützt und auch andere davon überzeugst.

Einfach mal was anders machen

Gewohnheiten lassen sich leichter ändern, wenn man ein klares Ziel vor Augen hat. Das ist bei der Wärmewende, und was Du dafür ändern kannst, genau so. Zum Beispiel die Raumtemperatur etwas absenken, vor allem in wenig genutzten Räumen und nachts. Oder smarte Thermostate einbauen.
Oder einen HeizCheck machen, der Dir als Mieter:in ganz konkrete Tipps zu Deiner persönlichen Situation gibt. Einfach die letzte Nebenkostenabrechnung raussuchen und loslegen!

Aber was ist mit den Kosten?

Große Veränderungen erzeugen bei uns Menschen oft Vorbehalte und Ängste, weil vieles noch ungewiss erscheint. Dazu gehört auch die Frage nach womöglich steigenden Kosten und was das für Dich bedeutet. Hier gibt es schon jetzt gute Nachrichten und Gewissheit.

Wenn Deine Mietwohnung mit Erdgas beheizt wird, hast Du schon bemerkt, dass seit 2021 auf der Nebenkostenabrechnung eine neuer Posten auftaucht: die CO₂-Bepreisung (auch CO2-Steuer genannt). Sie macht fossile Brennstoffe und damit auch Erdgas stufenweise teurer. Ein höherer Preis soll uns zusätzlich motivieren, weniger Energie zu verbrauchen. Der Preis stieg und steigt von 25€ Euro pro Tonne im Jahr 2021 auf 55-65€/t im Jahr 2026. Ab dem Jahr 2027 werden die Preise an einem europäischen Handelsmarkt für Emissionszertifikate gebildet. Was sich das auf den künftigen Erdgaspreis pro kWh auswirkt, hat test.de hochgerechnet.

Die gute Nachricht: Du musst diese Zusatzkosten nicht alleine tragen. Denn Du als Mieter hast keinen Einfluss darauf, wie Deine Mietwohnung beheizt wird oder wie gut sie isoliert ist. Das kann alleine der Vermieter entscheiden oder ändern. Daher muss er sich an der CO2-Bepreisung beteiligen. Je geringer der Wärmebedarf, weil das Haus gut isoliert ist und nachhaltig geheizt wird, umso mehr wird der Vermieter entlastet. Das ist im " Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz" (CO2KostAufG) geregelt.

Hier ein Beispiel: Deine Wohnung hat 100m² . Im Durchschnitt werden dafür pro Jahr ca. 14.000kWh Erdgas verbraucht. Insgesamt entstehen bei der Verbrennung 2.548kg CO2. Pro Quadratmeter sind das 25,48kg. In dem Fall muss sich Dein Vermieter zu 30% an den CO2-Kosten beteiligen.
Oder nutze einfach den Rechner für die Berechnung und Aufteilung der Kohlendioxidkosten.

Kohlendioxidausstoß*
[CO2/m2/a]
Anteil Mieter Anteil Vermieter
< 12 kg 100% 0%
12 bis < 17 kg 90% 10%
17 bis < 22 kg 80% 20%
22 bis < 27 kg 70% 30%
27 bis < 32 kg 60% 40%
32 bis < 37 kg 50% 50%
37 bis < 42 kg 40% 60%
42 bis < 47 kg 30% 70%
47 bis < 52 kg 20% 80%
> = 52 kg 5% 95%

*Kohlendioxidausstoß des vermieteten Gebäudes oder der Wohnung pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr

Was sollte ich sonst noch wissen?